Die EU startet in das Jahr 2026 unter einem Spannungsfeld außenpolitischer Herausforderungen, die sowohl die strategische Position und die außenpolitische Handlungsfähigkeit der EU auf internationaler Ebene prägen. In der Arktis, im Osten Europas und im Nahen Osten müssen Brüssel und die Mitgliedstaaten ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen.
Die Diskussion um Grönland hat erneut Fahrt aufgenommen. Präsident Donald Trump verwies öffentlich auf die strategische Bedeutung der arktischen Insel und brachte damit erneut US-Ansprüche auf politischen und sicherheitspolitischen Einfluss ins Spiel. Europa reagierte umgehend: Die grönländische Regierung und Dänemark erklärten einhellig, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe und seine Verteidigung multilateralen Strukturen wie der NATO vorbehalten bleibe.

Im Osten bleibt der Krieg Russlands gegen die Ukraine der zentrale Prüfstein für Europa.
Auch die Beziehungen der EU zum Iran bleiben angespannt. Hintergrund sind anhaltende Menschenrechtsverletzungen sowie das Vorgehen der iranischen Behörden gegen Proteste im Land.
Insgesamt zeigt sich, dass die Europäische Union Anfang 2026 außenpolitisch auf mehreren Ebenen gleichzeitig gefordert ist. Während im Fall der Ukraine umfangreiche finanzielle und sicherheitspolitische Maßnahmen im Mittelpunkt stehen, setzt die EU gegenüber dem Iran weiterhin auf restriktive Instrumente. In der Arktis wiederum verfolgt sie vor allem einen stabilitäts- und rechtsbasierten Ansatz. Alle drei Themenfelder verdeutlichen, wie unterschiedlich die außenpolitischen Herausforderungen sind, mit denen sich die EU derzeit auseinandersetzen muss.

