Die EU-Mitgliedstaaten stimmten mit mehrheitlich für die Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur. Deutschland, Spanien und Italien begrüßten die Unterzeichnung. Neben Deutschland zählt Spanien zu den lautesten Befürwortern des Abkommens mit dem südamerikanischen Handelsblock und bezeichnete die Entscheidung als vortreffliche Nachricht. Auch der italienische Landwirtschaftsminister zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Der polnische Vizepremier hingegen kritisierte das Abkommen und kündigte in den sozialen Medien an, die polnische Regierung werde es vor dem Europäischen Gerichtshof anfechten.
Laut dem im Dezember 2024 vereinbarten Abkommen werden Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, die den Mercosur bilden, die Zölle auf Importe von mehr als 90 Prozent der Waren aus der EU schrittweise abschaffen. Zölle fallen dann unter anderem nicht mehr für Autos, Maschinen, Medikamente, Olivenöl, Schokolade sowie Wein und Spirituosen an.
Südamerikanische Landwirte können künftig unter anderem Rindfleisch, Geflügel, Schweinefleisch, Reis, Honig und Zucker leichter in die EU exportieren. Die Einfuhr dieser Waren wird jedoch durch Quoten unter günstigeren Bedingungen begrenzt. Für diese und einige andere besonders sensible Warengruppen enthält das Abkommen zudem einen spezielle Schutzmechanismus, um den europäischen Agrarsektor vor einer Überflutung der Mercosur-Importe zu schützen, der heimische Erzeuger in der EU schädigen würde.

